Success Story22. September 2026

Qualität vor Quantität: Wie Julian Braun für den King of the Lake trainiert

Fünf Siege, ein zweiter Platz und ein Streckenrekord bei sieben Teilnahmen: Julian Braun verbindet mit dem King of the Lake eine besondere Geschichte. Zwischen Büro, Abendintervallen und langen Wochenendausfahrten setzt er auf gezieltes Training, das in sein Leben passt.

Qualität vor Quantität: Wie Julian Braun für den King of the Lake trainiert

Fünf Siege, ein zweiter Platz und ein Streckenrekord bei sieben Teilnahmen: Julian Braun verbindet mit dem King of the Lake eine besondere Geschichte. Doch sein Alltag besteht nicht nur aus Training und Rennen. Zwischen Büro, Intervallen am Abend und langen Ausfahrten am Wochenende setzt er heute vor allem auf eines: gezieltes Training, das in sein Leben passt.

Vor dem nächsten Start am Attersee haben wir mit Julian über seine Vorbereitung, seine Lieblingsintervalle und die Kunst gesprochen, am Anfang nicht zu schnell zu fahren.

Vom Mountainbike zur Profi-WM

Zielstrebig, analytisch, besonnen: Mit diesen drei Worten beschreibt sich Julian selbst. Der 30-Jährige stammt aus Siegen und kam mit 15 Jahren zum Radsport. Der Einstieg war eine offene Ausfahrt zur Saisoneröffnung beim Mountainbike-Verein im Nachbarort.

Aus ersten Mountainbikerennen wurde bald mehr. Mit 17 wechselte Julian zum Rennrad, mit 19 bestritt er im ersten U23-Jahr seine ersten Profirennen auf der Straße.

Zu seinen besonderen Erinnerungen zählen die Teilnahme an der Profi-WM 2017 in Norwegen, der deutsche Vizemeistertitel im U23-Zeitfahren und der deutsche Meistertitel im Mannschaftszeitfahren. Und natürlich seine fünf Siege beim King of the Lake.

Was ihn am Zeitfahren begeistert, bringt er knapp auf den Punkt:

Am Zeitfahren mag ich vor allem dieses konstant schnelle Fahren im Grenzbereich.

Training zwischen Büro und Abendessen

In normalen Arbeitswochen trainiert Julian zwischen zehn und 15 Stunden. Im Trainingslager können es auch einmal 25 bis 30 Stunden sein. Sein typischer Wochentag zeigt, wie viel Planung hinter diesem Pensum steckt:

Uhrzeit

Julians Alltag

06:30

Aufstehen

07:00

Frühstück mit Porridge

07:30

Fahrt ins Büro

07:45–16:45

Arbeit

18:00–20:00

Training mit Intervallen

21:00

Abendessen

22:30

Schlafen

Die längeren Grundlageneinheiten liegen am Wochenende – sofern kein Rennen ansteht.

Wenn Julian weder arbeitet noch trainiert, widmet er sich gerne seiner künstlerischen Seite: Er malt und zeichnet.

Was ihn schneller gemacht hat

Auf die Frage nach seiner wichtigsten Entwicklung im Training hat Julian eine klare Antwort:

Qualität vor Quantität beim Training.

Früher orientierte er sich stärker am Umfang. Heute trainiert er gezielter, achtet auf Schlüsseleinheiten und fokussiert sich weniger darauf, möglichst viele Stunden zu sammeln.

Dazu passen seine Lieblingseinheiten: zehn bis 15 Minuten lange Schwellenintervalle auf dem Zeitfahrrad. Auch VO₂max-Intervalle im 30/15-Sekunden-Rhythmus fährt er gerne. Intensive Belastungen liegen ihm.

Überwindung kostet ihn dagegen das Sprinttraining. Seine Erklärung ist ehrlich: Sprinten zählt nicht zu seinen größten Stärken.

Konsequent bleiben und trotzdem anpassen

Arbeit, Privatleben und ambitioniertes Training miteinander zu verbinden, verlangt für Julian mehr als einen gut gefüllten Kalender. Entscheidend sei eine Balance zwischen Konsequenz und der Bereitschaft, kurzfristig zu reagieren.

Ist die Arbeit besonders stressig, muss manchmal auch das Training angepasst werden. Genau dabei nutzt er YOUB:

Ich beschreibe meine Situation und erhalte sofort einen Vorschlag zur Trainingsanpassung. Das ist sehr wertvoll.

So gehören Planung und Flexibilität für Julian zusammen. Die wichtigen Einheiten im Blick behalten und gleichzeitig berücksichtigen, was der Alltag gerade zulässt: Das ist ein wesentlicher Teil seines Trainingsansatzes.

Warum der King of the Lake besonders ist

Am Attersee kommt für Julian vieles zusammen: die Landschaft, die Atmosphäre und ein schneller, rhythmischer Parcours.

Auch seine persönliche Geschichte macht das Rennen besonders. Fünf Siege, ein zweiter Platz und ein Streckenrekord bei sieben Teilnahmen – diese Bilanz löst bei ihm immer wieder Gänsehaut aus.

In der letzten Woche vor dem Rennen steht deshalb vor allem eines im Mittelpunkt: maximale Frische. Dafür reduziert Julian sowohl den Trainingsumfang als auch die Intensität.

Seine Strategie für das Rennen fasst er in einem Wort zusammen: Gleichmäßigkeit. Vom Start bis ins Ziel möglichst konstant fahren, ohne zu überpacen.

„Am Anfang muss es sich zu leicht anfühlen“

Wer zum ersten Mal beim King of the Lake startet, bekommt von Julian diesen Tipp:

Am Anfang muss es sich zu leicht anfühlen.

Das Rennen ist fast 50 Kilometer lang. Unter Adrenalin und Euphorie sei die Versuchung groß, die ersten Kilometer zu schnell anzugehen. Was sich anfangs noch gut anfühlt, rächt sich laut Julian spätestens in der zweiten Rennhälfte.

Sein Rat passt zu den drei Worten, mit denen er sich selbst beschreibt: zielstrebig, analytisch, besonnen. Gerade am Start lohnt es sich, einen kühlen Kopf zu behalten.

Drei schnelle Fragen zum Schluss

Lieber eine Stunde Zeitfahren oder fünf Stunden Ausfahrt?
Eine Stunde Zeitfahren.

Lieblingsessen nach einem Rennen?
Kuchen, am besten mit einem leckeren Cappuccino dazu.

Musik vor dem Start – welcher Song?
„Auch wenn es für Entsetzen sorgt: Ich höre keine Musik vor dem Start.“


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