
Der Western States Endurance Run gilt als ältestes 100-Meilen-Trailrennen der Welt und führt von Olympic Valley, nahe dem Gelände der Winterspiele von 1960, quer durch das Hochland nach Auburn in Kalifornien. Es beginnt als Bergrennen, gefordert sind aber vor allem die Oberschenkel: Die Strecke verliert weit mehr Höhe, als sie gewinnt, und wer das unterschätzt, bezahlt dafür in den letzten 60 Kilometern.
Das hier ist eine Durchquerung ohne Rückweg: Du verlässt einen Ort der Olympiageschichte und kommst 100,2 Meilen später in einer kalifornischen Stadt an, gut 1.500 Meter tiefer. Den Anfang macht der längste Anstieg des Rennens, gut sechs Kilometer mit fast zwölf Prozent direkt ab dem Start. Bei Kilometer 8 ist mit gut 2.500 Metern bereits der höchste Punkt erreicht. Bis über Kilometer 30 hinaus bleibt die Strecke oben, auf rund 2.100 bis 2.200 Metern, fällt dann ab und führt ab Kilometer 45 ein letztes Mal auf diese Höhe.
Ab Kilometer 50 kippt der Charakter. Auf den folgenden 25 Kilometern verliert die Strecke mehr als 1.200 Höhenmeter, und unten wartet sofort die härteste Rampe des Tages: Knapp 500 Höhenmeter auf nur 2,6 Kilometern, im Schnitt 19 Prozent steil. Nach dem nächsten Abstieg folgen ab Kilometer 86 zwei weitere Anstiege, zusammen über 500 Höhenmeter.
Danach fällt die Strecke bis Kilometer 116 auf rund 300 Meter und läuft nahezu eben weiter. Der Rest ist wellig: Ab Kilometer 125 und ab Kilometer 147 stehen mittellange Steigungen im Weg, bevor kurz vor Auburn noch einmal gut 240 Höhenmeter zu holen sind. Insgesamt kommen rund 5.000 Meter bergauf und gut 6.500 Meter bergab zusammen.
| Start | Länge | Ø | Max. | Gewinn | Kat. |
|---|---|---|---|---|---|
| km 0 | 6,5 km | 11,5 % | 22,5 % | +746 m | Kat. 1 |
| km 45,1 | 1,5 km | 12,8 % | 18,7 % | +188 m | Kat. 3 |
| km 74,7 | 2,6 km | 19 % | 27,2 % | +495 m | Kat. 2 |
| km 85,6 | 2,6 km | 14,6 % | 22,6 % | +372 m | Kat. 2 |
| km 88,4 | 1,3 km | 12 % | 17,2 % | +156 m | Kat. 4 |
| km 125,3 | 2,9 km | 7,8 % | 15,4 % | +223 m | Kat. 3 |
| km 147,2 | 2,7 km | 7,5 % | 15,9 % | +201 m | Kat. 3 |
| km 155,6 | 4,2 km | 5,9 % | 18,7 % | +244 m | Kat. 3 |
Die Anstiegs-Kategorien folgen der Radsport-Konvention und bewerten das Gelände selbst (Länge und Steigung) unabhängig von der Sportart: Kat. 4 bezeichnet die leichtesten bewerteten Anstiege, Kat. 1 die härtesten, HC (hors catégorie, „außerhalb jeder Kategorie“) ist den brutalsten Anstiegen vorbehalten. Kurze Anstiege unterhalb der Kat.-4-Schwelle bleiben unbewertet.
Rechne die ersten 50 Kilometer als Anreise zum eigentlichen Rennen. Der Auftaktanstieg lässt sich ohnehin nur gehend vernünftig bewältigen, und auf über 2.000 Metern kostet jedes Extratempo mehr, als es einbringt. Halte die Belastung im Hochland so niedrig, dass du dich dort unterfordert fühlst.
Die größte Falle liegt ab Kilometer 50. Das lange Gefälle läuft sich leicht, die Uhr belohnt jeden Kilometer, und die Muskulatur zahlt trotzdem: Mehr als die Hälfte der Strecke geht bergab, und hier entstehen die Schäden, die sich erst Stunden später zeigen. Lauf diesen Abschnitt mit kurzen Schritten und bremse so wenig wie möglich gegen den Hang.
Entschieden wird das Rennen zwischen Kilometer 75 und 90. Die drei steilen Anstiege dort kommen nach dem Gefälle auf bereits angeschlagene Beine, also geh sie ruhig und ohne Zeitdruck. Lohn dafür sind die flacheren Kilometer ab 116: Sie sind die Stelle, an der Laufen noch möglich ist, und wer dort joggen kann, holt mehr Zeit heraus als mit jedem schnellen Kilometer im Hochland.

Altersklassenathleten sind rund 24 bis 30 Stunden unterwegs, das Rennen läuft also über zwei Kalendertage und durch mindestens eine Nacht. Die Belastung ist fast durchgehend aerob, ein Wechsel aus Gehen am Berg und ruhigem Laufen. Wirklich begrenzend ist weder Lunge noch Puls, sondern die Frage, wie lange Beine und Magen mitmachen.
Dein wichtigster Reiz ist Bergablaufen unter Ermüdung. Lege lange Läufe so an, dass steile Abstiege in der zweiten Hälfte liegen, und steigere den Gesamtabstieg pro Woche behutsam über Monate. Kraftarbeit für Oberschenkel und Gesäß gehört dazu, denn über 6.500 Meter Abstieg lassen sich nicht allein mit Laufkilometern vorbereiten.
Für den Abschnitt zwischen Kilometer 75 und 90 brauchst du die Fähigkeit, nach einem langen Bergab noch steil zu steigen. Trainiere genau diese Reihenfolge: erst der Abstieg, direkt danach schnelles Gehen an Hängen mit 15 bis 20 Prozent, möglichst mit Stöcken, falls du sie im Rennen einsetzen willst. Doppelte Einheiten an zwei Tagen hintereinander bereiten zusätzlich auf die letzten 40 Kilometer vor, auf denen du wieder laufen musst.
Das Rennen findet Ende Juni statt und überspannt mehr als 2.300 Meter zwischen höchstem und tiefstem Punkt. Richte Ausrüstung und Trinkplan deshalb nicht allein an den Bedingungen am Start aus. Wer im Flachland lebt, sollte vor dem Rennen Zeit in der Höhe einplanen, weil die ersten 50 Kilometer fast vollständig über 1.700 Metern liegen. Mindestens ein langer Lauf in die Nacht hinein zeigt dir außerdem, wie du mit Stirnlampe und Müdigkeit zurechtkommst.

Lade die Strecke von Western States Endurance Run als GPX-Datei für Uhr oder Radcomputer herunter.
Ben verbindet Ziel, Strecke, aktuelle Belastung, Recovery und Kalender. So bleibt dein Plan auf das Rennen ausgerichtet, auch wenn dein Alltag nicht perfekt planbar ist.
Western States Endurance Run ist 161,26 km lang. Diese Distanz bestimmt, wie viel Grundlagenausdauer, Tempohärte und Rennspezifik in den Trainingsplan gehören.
Western States Endurance Run hat rund 4.983 Höhenmeter auf 161,26 km. Das beeinflusst Pacing, Muskulatur und die Vorbereitung auf späte Rennabschnitte.
Western States Endurance Run ist als Hochalpin (Mountainous) eingestuft, im Schnitt 30,9 Höhenmeter pro Kilometer. 10 % der Strecke sind flach, 19 % steigen moderat an (2 bis 6 %) und 17 % sind steiler als 6 %.
Der schwerste Anstieg von Western States Endurance Run beginnt bei Kilometer 0, ist 6,5 km lang, steigt im Schnitt 11,5 % an und bringt 746 Höhenmeter. Bewertung nach Radsport-Konvention: Kat. 1. Insgesamt sind 8 Anstiege erfasst.
Nein, Western States Endurance Run ist eine Punkt-zu-Punkt-Strecke: Start und Ziel liegen an verschiedenen Orten.
Ja. Die Strecke von Western States Endurance Run steht auf dieser Seite als GPX-Datei zum kostenlosen Download bereit — importierbar in Garmin, Wahoo, Komoot, Strava und jede andere App, die GPX liest.
Für Western States Endurance Run sollte die Vorbereitung 161,26 km, 4.983 Höhenmeter, aktuelle Belastung und verfügbare Trainingszeit berücksichtigen. Ein adaptiver Plan hilft, Schlüsselreize zu setzen, ohne Erholung und Alltag zu ignorieren.
Die Pacing-Strategie für Western States Endurance Run sollte 161,26 km, 4.983 Höhenmeter und dein aktuelles Leistungsniveau einbeziehen. Starte kontrolliert und plane Reserven für Abschnitte ein, in denen das Profil oder die Müdigkeit die Zielpace erschwert.
Western States Endurance Run 2027 findet am 26. Juni 2027 statt.
Western States Endurance Run 2027 findet in Olympic Valley, United States statt.
Die Anmeldung läuft über den Veranstalter: wser.org. YOUB zeigt dir Strecke, Höhenprofil und Trainingsplan für die Vorbereitung.