100 km de Millau: Strecke, Höhenmeter & Streckenprofil
Die 100 km de Millau sind seit 1972 die älteste Hundert-Kilometer-Distanz Frankreichs, und ihr Profil erzählt die Geschichte in zwei Sätzen: Die ersten zweiundvierzig Kilometer durch die Tarnschlucht sind praktisch eben, und alles, was dieser Lauf an Höhenmetern hat, kommt danach. Wer sie als flachen Ultra einteilt, hat die zweite Runde nicht angesehen.
Strecke & Höhenmeter
Um 8:00 Uhr geht das gesamte Feld gemeinsam auf der Avenue Jean-Jaurès in Millau los. Die erste Runde führt flussabwärts durch die Gorges du Tarn nach Le Rozier und Peyreleau, wo Tarn und Jonte zusammenkommen, und zurück - zweiundvierzig Kilometer, auf denen sich der Kurs zwischen 370 und 415 Metern hält. Genau diese Runde ist die Marathonstrecke.
Die zweite Runde ist ein anderes Rennen. Sie geht als Hin und Zurück ins Tal von Saint-Affrique, und dort liegen drei zusammenhängende Anstiege: 163 Höhenmeter über 2,3 Kilometer ab Kilometer 47, 195 über 3,5 Kilometer ab Kilometer 60 und 238 über 4,6 Kilometer ab Kilometer 72, mit dem höchsten Punkt der Strecke bei knapp 600 Metern. Danach fällt es zurück Richtung Millau - aber nicht bis ins Ziel: Zwischen Kilometer 89 und 96 warten noch einmal drei Anstiege mit zusammen gut zweihundert Höhenmetern, der erste davon mit 7,4 Prozent. In der Summe sind es 1.215 Höhenmeter auf gemessenen 100,1 Kilometern.
Zwischen den beiden Runden liegt das Bild, für das dieses Rennen bekannt ist: Die zweite Schleife führt zweimal unter dem Viaduc de Millau hindurch, der höchsten Brücke der Welt. Gelaufen wird ausschließlich auf Straße, nicht auf Trails. Rund 1.600 Menschen nehmen teil, das Zeitlimit für die hundert Kilometer beträgt achtzehn Stunden, und die letzten kommen gegen zwei Uhr nachts an. 2026 ist die 54. Auflage; das Rennen findet seit über fünfzig Jahren am letzten Samstag im September statt.
Pacing-Strategie
Die gefährlichste Eigenschaft dieses Kurses ist, dass die erste Hälfte ehrlich flach ist. Zweiundvierzig Kilometer an der Tarn entlang, im Feld, bei Tageslicht und mit frischen Beinen, laufen sich schneller als geplant - und die Rechnung kommt nicht schleichend, sondern ab Kilometer siebenundvierzig, wo der erste richtige Anstieg beginnt. Behandle die erste Runde als Anlauf, nicht als Rennen: deutlich langsamer, als sie sich anfühlt.
Entschieden wird das Rennen zwischen Kilometer sechzig und sechsundsiebzig. Dort liegen die beiden längsten Anstiege, 195 und 238 Höhenmeter über dreieinhalb und viereinhalb Kilometer, und sie kommen an der Stelle, an der bei einem Hundertkilometerlauf ohnehin die schwierigen Stunden beginnen. Gehen ist hier für die allermeisten schneller und billiger als laufen; die Frage ist nicht ob, sondern ab wann.
Die eigentliche Falle ist der Schluss. Nach dem Abstieg vom höchsten Punkt sieht die Strecke aus, als wäre sie fertig - und dann kommen bei Kilometer 89, 91 und 95 noch einmal drei Anstiege mit zusammen über zweihundert Höhenmetern. Auf einer Strecke, deren Profil man vorher kennt, ist das ein Detail; wer es nicht weiß, verliert dort mehr Zeit als in den zwei Stunden davor. Dazu kommt die Uhrzeit: Bei einem Start um 8:00 Uhr und achtzehn Stunden Limit läuft ein großer Teil des Feldes diesen Schlussabschnitt im Dunkeln.
Trainingsplan für 100 km de Millau: 12 Wochen Vorbereitung
Für Altersklassenathletinnen und -athleten dauern die hundert Kilometer zwischen etwa acht und achtzehn Stunden; das Limit liegt bei achtzehn. Der Belastungscharakter ist eine sehr lange, überwiegend aerobe Straßenbelastung mit einem klar abgegrenzten Bergabschnitt in der zweiten Hälfte - keine Trailanforderung, keine Technik, aber über 1.200 Höhenmeter, die fast vollständig nach der Marathonmarke kommen.
Daraus folgt der wichtigste und am leichtesten zu übersehende Trainingsreiz: Anstiege im ermüdeten Zustand. Lange Läufe, deren Höhenmeter bewusst ins letzte Drittel gelegt werden - fünf oder sechs Stunden flach, danach zwei oder drei längere Steigungen - bilden genau das ab, was hier ab Kilometer siebenundvierzig passiert. Wer die Höhenmeter im Training nach vorne legt, trainiert die falsche Reihenfolge.
Der zweite Schwerpunkt ist die Straße selbst. Hundert Kilometer Asphalt ohne Geländewechsel belasten immer dieselben Strukturen; regelmäßiges Kraft- und Stabilisationstraining für Waden, Achillessehnen und Hüfte gehört genauso dazu wie die Gewöhnung an harte Oberflächen im langen Lauf. Verpflegung wird auf dieser Dauer zur eigenen Disziplin und muss über mehrere Stunden erprobt sein, nicht über eine.
Die Bedingungen sind ein Septembersamstag in den Grands Causses: ein Start um 8:00 Uhr, Mittagswärme in der offenen Schlucht, und für die meisten ein Ende in der Nacht bei deutlich kühleren Temperaturen. Das heißt zwei Kleidungszustände und eine Stirnlampe in derselben Belastung. Wer die achtzehn Stunden ausschöpft, sollte mindestens einen langen Lauf in der Dunkelheit absolviert haben - nicht wegen des Geländes, sondern weil Tempo und Wachheit nachts andere sind.
Streckenverlauf
Profil-Parameter
Steigungsverteilung
Anstiege auf der Strecke
| Start (km) | Länge | Ø Steigung | Max. Steigung | Höhengewinn | Kategorie |
|---|---|---|---|---|---|
| KM 15.0 | 0.7 km | 3.3% | 6.3% | +24m | — |
| KM 22.3 | 0.9 km | 4.4% | 6.9% | +39m | — |
| KM 47.0 | 2.3 km | 7.0% | 21.7% | +163m | Kat. 3 |
| KM 60.0 | 3.5 km | 5.6% | 12.0% | +195m | Kat. 3 |
| KM 71.6 | 4.6 km | 5.1% | 12.5% | +238m | Kat. 3 |
| KM 89.5 | 1.4 km | 7.4% | 15.3% | +100m | Kat. 4 |
| KM 91.1 | 1.1 km | 6.7% | 17.4% | +70m | — |
| KM 95.0 | 0.9 km | 4.4% | 10.4% | +38m | — |
Die Anstiegs-Kategorien folgen der Radsport-Konvention und bewerten das Gelände selbst (Länge und Steigung) unabhängig von der Sportart: Kat. 4 bezeichnet die leichtesten bewerteten Anstiege, Kat. 1 die härtesten, HC (hors catégorie, „außerhalb jeder Kategorie“) ist den brutalsten Anstiegen vorbehalten. Kurze Anstiege unterhalb der Kat.-4-Schwelle bleiben unbewertet.
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Häufige Fragen
Wie lang ist 100 km de Millau?
100 km de Millau ist 100 km lang. Diese Distanz bestimmt, wie viel Grundlagenausdauer, Tempohärte und Rennspezifik in den Trainingsplan gehören.
Wie viele Höhenmeter hat 100 km de Millau?
100 km de Millau hat rund 1.215 Höhenmeter auf 100 km. Das beeinflusst Pacing, Muskulatur und die Vorbereitung auf späte Rennabschnitte.
Wie ist das Streckenprofil von 100 km de Millau?
100 km de Millau ist als Hügelig (Rolling) eingestuft, im Schnitt 12,1 Höhenmeter pro Kilometer. 42 % der Strecke sind flach, 25 % steigen moderat an (2 bis 6 %) und 3 % sind steiler als 6 %.
Welche Anstiege hat 100 km de Millau?
Der schwerste Anstieg von 100 km de Millau beginnt bei Kilometer 71,6, ist 4,6 km lang, steigt im Schnitt 5,1 % an und bringt 238 Höhenmeter. Bewertung nach Radsport-Konvention: Kat. 3. Insgesamt sind 8 Anstiege erfasst.
Ist 100 km de Millau ein Rundkurs?
Ja, 100 km de Millau ist als Rundkurs angelegt: Start und Ziel liegen am selben Ort.
Gibt es die Strecke von 100 km de Millau als GPX-Datei?
Ja. Die Strecke von 100 km de Millau steht auf dieser Seite als GPX-Datei zum kostenlosen Download bereit — importierbar in Garmin, Wahoo, Komoot, Strava und jede andere App, die GPX liest.
Wie bereite ich mich auf 100 km de Millau vor?
Für 100 km de Millau sollte die Vorbereitung 100 km, 1.215 Höhenmeter, aktuelle Belastung und verfügbare Trainingszeit berücksichtigen. Ein adaptiver Plan hilft, Schlüsselreize zu setzen, ohne Erholung und Alltag zu ignorieren.
Welche Pacing-Strategie passt für 100 km de Millau?
Die Pacing-Strategie für 100 km de Millau sollte 100 km, 1.215 Höhenmeter und dein aktuelles Leistungsniveau einbeziehen. Starte kontrolliert und plane Reserven für Abschnitte ein, in denen das Profil oder die Müdigkeit die Zielpace erschwert.
Wann findet 100 km de Millau statt?
100 km de Millau findet am 26. September 2026 statt.
Wo findet 100 km de Millau statt?
100 km de Millau findet in Millau, France statt.
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